Trauer ist ein sehr sensibles Thema. Es gibt nicht die eine Form der Trauer. Trauer ist so individuell, wie der Mensch selbst und braucht Zeit. Sie verläuft in verschiedenen Phasen, dennoch nicht in unbedingt gleichmäßigen, sondern sie kehrt oft in einer Art von Wellen wieder.

Es gibt nicht wirklich Worte für einen unermesslichen Verlust.

Was ich in der Trauerbegleitung tun kann, ist oft DA sein mit all meinen Möglichkeiten als Mensch. Ich lasse mich ein – liebevoll und einfühlsam, ich hole die Angehörigen dort ab, wo sie gerade stehen.Ich versuche, Halt zu geben, wo ein massiver Lebenseinbruch stattgefunden hat.
Das heißt: Einen geschützten Raum schaffen für das so Unaussprechliche, wo das Leben völlig aus den Fugen geraten ist. Ein Licht sein und geben – dort, wo noch so viel Dunkelheit ist.

Der Trauer des anderen Raum geben, bedeutet auch:
Den Schmerz mittragen, ohne platte Worte, mit Authentizität, Achtsamkeit, Wahrhaftigkeit, Verständnis, Geduld und emotionaler Wärme. Sich einlassen, den Trauernden spüren lassen, dass man einfach wirklich DA ist. Dem Hinterbliebenen erklären das seine momentanen Empfindungen wie z.B. Wut etc. und sogar körperlicher Schmerz in einem Trauerprozess „normal“ sind und er nicht komisch oder irgendwie „verrückt“ ist.

Das alte Leben existiert nicht mehr, das neue Leben kann noch nicht gesehen und erspürt werden.

Trauerbegleitung bedeutet auch: Den Weg ein Stück gemeinsam gehen.